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Radball, der sich später in den Wettkampfformen als Zweier- und Fünfer-Radball entwickelt hat, ist seither über ein Dasein als Randsportart nie hinaus gekommen.
Beim RV Forst, der das Spiel, bei dem ein 600 Gramm schwerer Ball mit Spezialfahrrädern in Tore bugsiert werden muss, weiter hoch hält, stand er nach der Jahrtausendwende gar vor dem Aussterben. „Es gab einen schleichenden Alterungsprozess. Wir hatten schließlich nur noch sechs Aktive“, erinnert sich Jürgen Rosmanek, der Leiter der Radball-Abteilung beim RV Forst, der sein 100-jähriges Bestehen feiert. Heute seien es immerhin rund 30 – und Rosmaneks Verein ist mit jeweils zwei Teams in der Verbands-, der Landes- sowie der Bezirksliga vertreten. Erstmals in der Vereinsgeschichte sind die Forster derzeit in der Jugend-Oberliga, der höchsten Spielklasse in Baden-Württemberg, vertreten. Um den Radballsport zu bewerben, richtete der RV Forst kürzlich in der Waldseehalle das zweite Final-Five-Radballturnier aus, bei dem rund 250 Zuschauer in der Halle waren. Fachpublikum selbstverständlich, das zunächst enttäuscht zur Kenntnis genommen hatte, dass Ex-Weltmeister Mike Pfaffenberger wegen einer Verletzung nicht antreten konnte. Sportlich hatte die RSG Ginsheim, die die Rangliste des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) anführt, die Chance, einen weiteren Schritt Richtung Weltmeisterschaft zu machen. Denn neben der Bundesliga und der deutschen Meisterschaft sind die „Final Five“-Turniere die höchstdotierten Radballturniere, die für die Nominierung den Ausschlag geben. Die Ginsheimer U-23-Europameister Roman Müller und Marco Rossmann ließen in Forst nichts anbrennen und ergatterten die optimalen acht Ranglistenpunkte; ihr zweiter Turniersieg bedeutet, dass ihnen am Wochenende bei den nationalen Titelkämpfen bereits ein vierter Rang zur WM-Teilnahme reicht. Für Josef Langel, den Vorsitzenden des RV Forst, war die Weltklasseveranstaltung „ein Highlight der Vereinsgeschichte“.